Bauernhaus-Museum

Wenn der Besen vor der Tür steht und das Wasser aus der Pumpe nach draußen fließt, signalisiert dies dem Besucher: im Eifeler Bauernhaus-Museum ist Leben. Das schmucke, kleine Museum ist ein Spiegelbild des bäuerlichen Lebens im 19. Jahrhundert. Den Rahmen gibt dabei ein Bauernhaus, wenn es auch, aus dem 17. Jahrhundert stammend, heute nicht mehr ganz dem ursprünglichen Erscheinungsbild entspricht.

Im Jahr 1964 verstarb der letzte Nachfahre der Familie Hübgen. Die Museumsidee rettete das erhaltene Fachwerkhaus vor dem Verfall. Träger des Museums ist die Stadt Adenau, betreut und unterstützt wird das Bauernhaus-Museum von der „Vierdelsjemeinschaft Vehmaat-Säujass-Adde e.V.“. Durch die Schulstraße wurden früher die Schweine zum Markt getrieben, was der Gasse den mundartlichen Namen Säujass einbrachte.

Durch die typische, in Hälften aufgeteilte Doppeltür betritt der Besucher das Haus, besser gesagt, er steht gleich in der Küche. Die Küche war früher das Wohnzimmer für jeden Tag. Der Herd in der Küche verfügt über manche verblüffende Finessen: ein Warmhaltefach für fertige Speisen, eine Öffnung in der Herdplatte für den Untersatz (so blieb der Kaffee heiß), ein Wasserschiff als ständige Warmwasserversorgung und schließlich eine Herdplatte zum Öffnen, was den Raum zusätzlich heizte.

Stattlich wirkt der Küchenschrank, sehr gefällig der kleine Eckschrank mit Glastür. Haushaltsgeräte wie Kaffeemühle, Kaffeekannen mit und ohne Untersatz zum Warmhalten, Reiben und anderes gehören zur Ausstattung der bäuerlichen Küche.

Man ahnt es schon, dies kann nicht alles gewesen sein im Arbeitsalltag der Bäuerin des 19. Jahrhunderts. Der sich nach rechts anschließende kleine Nebenraum klärt auf: hier ist die Milchküche. Der Ort, an dem alle schweren, aufwendigen, mit Dämpfen und Gerüchen verbundenen Arbeiten erledigt wurden: Waschen, Einkochen, Wurstverarbeitung, Gewinnung von Käse und anderen Milchprodukten, das intensive Bearbeiten von Vorräten überhaupt.

Bauernmuseeum bei NachtEine andere Welt erfährt der Besucher, wenn er die gute Stube betritt. Holzfußboden statt Steinboden erwartet ihn hier, schöne Möbel, liebevoll ausgeschmückte Nischen und Ecken. Kleinigkeiten geben einen authentischen Eindruck wieder, etwa die Heiligenbilder an der Wand, die (wenigen, aber wichtigen) Bücher und die Schnapsflasche auf dem Fensterbrett. Ein langer Tisch und eine dazu passende Bank und ein weiterer, kleiner Schrank tragen zur Gemütlichkeit bei. Ein besonders wertvolles Stück der Bäuerin hat ebenfalls seinen Platz in der guten Stube: die Singer-Nähmaschine ist hier platziert.

Keineswegs einen engen Weg beschreibt die Holztreppe nach oben. Nach links wird der Besucher in das Kinderzimmer geführt. Es ist karg eingerichtet, was durchaus den Lebensverhältnissen der Kinder im 19. Jahrhundert entspricht. Wiegen sind hier ausgestellt und ein Kinderstuhl mit Topfeinsatz. Eine einzige Puppe liegt in einem Bettchen, denn Spielzeug war früher eine Rarität im Leben der Kinder. Durch das Kinderzimmer erreicht man das Elternschlafzimmer. Mag dem Betrachter das Ehebett aus heutiger Sicht sehr schmal vorkommen, so ist es doch schon ein breites Exemplar jener Zeit. Waschtisch, Spiegel und Kleiderschrank sind in ähnlichem Stil gehalten, alles eindrucksvolle Bauernmöbel, gezimmert für ein ganzes Menschenleben. Am Schrank hängen Nachtgewänder aus Leinen.

Eine Besonderheit ist das Webzimmer. Da es in Adenau zwei Tuchfabriken gab, außerdem jeder Bauer einen stattlichen Eigenbedarf an Leinen hatte und sich Schafe in der Gegend gut halten ließen, gehörte fast zu jedem Bauerhaus ein Webstuhl. Spinnrad, Bügelofen und Geräte zur Bearbeitung von Wolle und Flachs gehören zu den Ausstellungsstücken.

Einzig der Knecht des Hauses hatte sich mit einer gewissen räumlichen Enge abzufinden. Ausgeschmückt ist das Zimmer mit einem Buch und Gitarre sowie Ziehharmonika, weil man sich eben auch einen lustigen Knecht vorstellen kann. Der Knecht lebte in dieser Stube meist für ein Jahr, dann verdingte er sich woanders.

Im Hause Hübgen und sicher auch anderswo schlief der Knecht unmittelbar neben dem Fruchtspeicher. Auch Leiterwagen, Handwerkszeug und andere Geräte sind hier untergebracht. Was man früher wirklich im Fruchtspeicher fand, war zum Beispiel das Getreide, dessen Sorten an dieser Stelle erläutert sind. Über eine Tür im Giebel und einen Seilzug wurde die Frucht hereingebracht.

Auf dem heutigen Hof steht eine Sammlung landwirtschaftlicher Geräte. So unter anderem ein Strohhäcksler, ein einschariger Holzpflug, der Leiterwagen, eine Holzegge und eine Foche.

Adresse:
Bauernhaus-Museum, Schulstraße, 53518 Adenau

Träger:
Stadt Adenau, Telefon 02691/305-704

Standort:
In der Schulstraße, Seitenstraße zwischen Dr. Creutz-Platz und Grundschule

Öffnungszeiten:
nach Vereinbarung Telefon 02691/305-704